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Daten sind nötig, um voranzukommen – die DNA der Gesundheitsbranche

Unsere DNA ist das, was uns menschlich und einzigartig macht. Wir alle kennen den Begriff, aber die meisten wissen wahrscheinlich nicht, wofür dieser steht (Desoxyribonukleinsäure, für diejenigen, die sich das Fragen).
Es ist ein Synonym für das Gesundheitswesen, kann aber für den Sektor im Allgemeinen auch für etwas viel Einfacheres, aber nicht weniger Wichtiges bedeuten: “Data Needed to Advance” – oder Daten sind nötig, um Außergewöhnliches zu erreichen.

Jens Koegler

Jens Kögler, Healthcare Industry Director EMEA, VMware

Das liegt daran, dass Patientendaten im Mittelpunkt des Interesses stehen in der Welt des Gesundheitswesens und damit ein Thema, mit dem sich unsere jüngste Studie Digital Frontiers eingehend befasst hat.

Die Welten der Gesundheit und der Daten sind miteinander verwoben

Wir brauchen nicht lange zu suchen, um zu sehen, wie die Welten der Gesundheit und der Daten ineinandergreifen. Eines der größten Förderpakete im europäischen Gesundheitswesen ist zum Beispiel das deutsche Krankenhauszukunftsgesetz. Dieser 4,3-Milliarden-Euro-Fonds wurde eingerichtet, um die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranzutreiben, und zielt insbesondere auf Bereiche wie die Verbesserung und Modernisierung der medizinischen Notfallversorgung, digitale Patientenportale, digitales Medikationsmanagement, Entscheidungsunterstützungssysteme oder digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation ab. Bereiche, die heute oft manuell und papierbasiert sind und in denen Wissen und Erkenntnisse nur schwer zu gewinnen sind. Für das Arbeitsprogramm EU4Health 2022 wurde ein Budget von mehr als 835 Mio. EUR bereitgestellt, um die Gesundheitssysteme in Europa zu stärken, darunter rund 77 Mio. EUR für digitale Investitionen. Diese Mittel sind für die Einrichtung des europäischen Gesundheitsdatenraums bestimmt, der den Austausch und den Zugang zu Gesundheitsdaten wie elektronischen Patientenakten, Genomdaten und Daten aus Patientenregistern in den Mitgliedstaaten verbessern soll.

Um eine Vorstellung von der Größenordnung zu bekommen, muss man sich folgendes vor Augen führen: Gesundheitsdaten machen 30 % der weltweit gespeicherten Daten aus. Das sind knapp 18 Zettabytes (ZB), und ein Zettabyte entspricht 8.000.000.000.000.000.000.000.000 Bits, eine Zahl mit 24 Nullstellen. Bei einem einzigen Patienten fallen jährlich bis zu 80 Megabyte allein an Bildgebungs- und EMR-Daten an. Viele von uns haben bereits virtuelle Arztbesuche durchgeführt oder sogar eine Diagnose über ihr Handy erhalten. In einer Welt der Wearables, Smartphones und medizinischen Techniken, die sich täglich weiterentwickeln, sind Gesundheitsfürsorge und Daten inzwischen so eng miteinander verknüpft, dass das eine ohne das andere nicht mehr möglich ist.

Vertrauen oder nicht vertrauen – das ist hier die Frage

Es ist alles eine Frage des Vertrauens. Im Gesundheitswesen sind die Verbraucher – viel mehr als etwa im Einzelhandel oder im Bankwesen – aufgefordert, ihre Daten zu teilen. Denn diese Informationen sind essenziell, um die richtige Diagnose zu treffen oder allgemeingültig, die Forschung zu unterstützen und Heilmittel für Krankheiten zu finden. Dafür ist es notwendig, dass das Gesundheitswesen Vertrauen aufbaut, indem es die Patienten ernst nimmt, genügend Zeit für eine Diagnose einräumt und alle verfügbaren Informationen nutzt, um die beste Behandlung zu finden. Gleichzeitig muss die Branche die Probleme angehen, die dieses Vertrauen empfindlich stören, wie etwa Datenverluste von sensitiven Gesundheitsdaten. Diesem Bericht zufolge erreichen die Verstöße gegen die Cybersicherheit im Jahr 2021 einen neuen Höchststand, bei dem eine Rekordmenge an geschützten Gesundheitsinformationen (PHI) von Patienten gestohlen wurden. Im Jahr 2021 waren 45 Millionen Menschen von Angriffen auf das Gesundheitswesen betroffen, im Jahr 2020 waren es 34 Millionen und 2018 noch 14 Millionen pro Jahr, d.h. eine Verdreifachung in drei Jahren.

Unsere Studie “Digital Frontiers” ergab, dass weit über die Hälfte (56 %) der Verbraucher sich bei medizinischen Konsultationen über Video-Tools wohlfühlen oder sogar begeistert sind von den Vorteilen, die diese mit sich bringen. Die Studie zeigt auch, dass die Verbraucher ein echtes Interesse an mehr digitalen und datenübergreifenden Anwendungen haben. Fast die Hälfte (46 %) findet es erstrebenswert, wenn ein qualifizierterer Arzt eine invasive Operation per Fernroboter durchführt als ein weniger qualifizierter Arzt, der sie persönlich durchführt. 61 % der Menschen begrüßen und unterstützen es, wenn Sensoren und Echtzeit-Datenüberwachung einem Familienmitglied die Möglichkeit geben, vorherzusagen, wann sie medizinische Hilfe benötigen.

Einfach ausgedrückt: Trotz der eindeutigen Bedrohung durch Datenverluste sind wir als Gesellschaft in Bezug auf die Gesundheitsfürsorge viel eher bereit, Informationen zu teilen, als dies beispielsweise gegenüber Regierungen der Fall ist. Mehr dazu hier in unserem Blog.

Ein Fenster in die Zukunft der Gesundheit

Ältere Generationen zeigen uns heute, was das Gesundheitswesens adressieren muss und wir können annehmen, dass Daten und Informationen zu Recht als unsere wohl beste Wahl im Kampf gegen Schwäche oder Gebrechlichkeit gepriesen werden. Nehmen wir zum Beispiel die Alzheimer-Krankheit, von der immer mehr von uns sowohl direkt als auch indirekt betroffen sind, was zu einer viel größeren Bereitschaft der Gesellschaft führt, Daten zu übermitteln, um ein Heilmittel zu finden. Ein Beweis dafür ist die Einführung von Outreach Pro, das letztes Jahr von der Alzheimer-Vereinigung ins Leben gerufen wurde und was Forschern, Ärzten und anderen Fachleuten dabei hilft, die Teilnahme an und das Bewusstsein für klinische Studien über die Alzheimer-Krankheit und verwandte Demenzerkrankungen zu erhöhen und die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung weiterzugeben. Noch näher am Bürger bewegt sich das von der Charité initiierte Gaia-X Projekt „Health-X-Datenloft“, das darauf abzielt, einen “bürgernahen Gesundheitsdatenraum” zu schaffen, der die Bürger in den Mittelpunkt stellt und sie von passiven Empfängern von Dienstleistungen zu aktiven Partnern macht.

Wie wir uns von hier aus weiterentwickeln, ist der entscheidende Punkt. Durch die zunehmende Verbreitung von Technologie im Gesundheitswesen verringern wir gleichzeitig die Belastung und den Bedarf an Menschen. Viele Aufgaben könnten zukünftig durch Technologie unterstützt werden oder ganz ohne den Einsatz von Menschen auskommen. Wer jetzt daran denkt, dass dies den Menschen obsolet macht, der irrt und sei daran erinnert, dass schon heute viele hunderttausend Stellen um europäischen Gesundheitswesen unbesetzte sind, es geht also in den meisten Fällen im Gesundheitswesen nicht um die Frage Mensch gegen Maschine gehen, sondern um das UND und dadurch die Lösung des Fachkräftemangels

Erste Anwender

Das Universitätsklinikum Essen ist ein Gesundheitsanbieter, der sich schon sehr frühzeitig mit Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Medizin auseinandergesetzt hat. Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht es Ärzten, mit Hilfe kognitiver Computersysteme Diagnosen zu stellen und Behandlungspläne zu erstellen. Dr. Felix Nensa, Radiologe am Universitätsklinikum Essen und Gruppenleiter am Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin, sagt: “Wir wollen Präzisionsmedizin betreiben und jeden Patienten als Individuum behandeln. Wenn uns Daten fehlen oder wir kein vollständiges Bild über den Patienten haben, scheitert dieser Ansatz. Wenn wir Zugang zu allen Daten haben, können wir klinische Entscheidungshilfesysteme und KI-basierte Anwendungen einsetzen, die uns wirklich dabei helfen, … die bestmögliche Behandlung zu bieten.”

Ein weiteres Beispiel ist das Niederländische Krebsinstitut (NKI), das seit mehr als 100 Jahren weltweit führend in der Spitzenforschung ist, um das globale Verständnis der Krankheit zu verbessern. Roel Sijstermans, Leiter der IT-Abteilung des Niederländischen Krebsinstituts, sagte: “Ob es sich um die Analyse von Krebszellen oder um Patientenscans handelt, das NKI ist fest davon überzeugt, dass Innovationen wie KI eine immer wichtigere Rolle in der Zukunft der Krebsforschung, -diagnostik und -behandlung spielen werden.”

Die neue digitale Grenze für den Gesundheitssektor

Informationen und Daten, die nicht geteilt werden, verhindern Innovationen. Gesundheitsdienstleister müssen einen patientenorientierten Ansatz entwickeln, der die gemeinsame Nutzung von Daten und Innovationen fördert und Vertrauen schafft, damit sich die Patienten ernst genommen fühlen und sich sicher sein können, dass ihre kritischen und sensiblen Daten in guten Händen sind. Nur dann wird es möglich sein, durch den Austausch von Daten und neue Technologien wie KI zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, die letztendlich uns allen zugutekommen. In dieser Hinsicht liegt die Antwort, unabhängig von der Abteilung, der Krankheit oder der demografischen Situation, in der DNA.

Wenn Sie wissen möchten, wie VMware Sie dabei unterstützen kann, Ihr Gesundheitswesen stärker auf den Patienten auszurichten, um einen besseren Informationsaustausch zu ermöglichen und Vertrauen zu schaffen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf: vmcare@vmware.com und hören sich unseren Podcast zum Thema an.


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